Aktuell
Solche Ermahnungen wie „das tut man nicht“ oder auch „schäm dich“ scheinen
in unserer Gesellschaft nicht mehr viel zu gelten. Die Folgen für einen respekt-
vollen Umgang der Menschen miteinander und oft genug auch für unser morali-
sches Verhalten sind leider unübersehbar.
Unsere Teilnehmer:
Asfa-Wossen Asserate
Asfa-Wossen Asserate, Dr. phil., geboren 1948 in Addis Abeba. Der Prinz aus
dem äthiopischen Kaiserhaus besuchte die dortige deutsche Schule und
bestand als einer der ersten Äthiopier das Abitur. Er studierte Geschichte und
Jura in Tübingen und Cambridge und wurde in Frankfurt am Main promoviert.
Da die Revolution seine Rückkehr in die Heimat verhinderte, blieb er in
Deutschland, wo er als Unternehmensberater für Afrika und den Mittleren
Osten und als politischer Analyst tätig ist. Sein Buch Manieren wurde ein großer
Erfolg. Zuletzt (2010) erschien von ihm Draußen nur Kännchen. Meine deutschen
Fundstücke. (Scherz Verlag).
Moritz Freiherr Knigge
Moritz Freiherr Knigge, Jahrgang 1968, wuchs auf dem Rittergut Bredenbeck
bei Hannover auf, wo auch sein berühmter Vorfahre, Adolph Freiherr von
Knigge, im 18. Jahrhundert gelebt hatte. Er studierte Betriebswirtschaftslehre
in Berlin und gründete, motiviert von Knigges Hauptwerk Über den Umgang mit
Menschen, 2002 in Düsseldorf die „Agentur für wertschätzende Konstruktion
und Kommunikation“. Für seine Arbeit hat er die Kommunikationsstrategien
seines Vorfahren für unsere Zeit weiterentwickelt und berät Unternehmen darin,
zwischenmenschliche Reibungs- und daraus resultierende Leistungsverluste
zu minimieren, getreu der zeitlosen Maxime Adolph von Knigges, „sich selbst
und anderen das Leben zu erleichtern“.
Zuletzt (2010) erschien von ihm (zusammen mit Michael Schellberg) Mit
Rückgrat steht man besser. Die Welt, das Leben und was mich das alles angeht
(Lübbe).
Johannes Saltzwedel
Johannes Saltzwedel, Dr. phil., wurde 1962 in Lübeck geboren. Er studierte
Germanistik, Philosophie und Geschichte in Oxford und Tübingen, wo er 1991
promoviert wurde. Er ist Redakteur beim Spiegel in Hamburg, wo er hauptsächlich
kulturgeschichtliche Themen und den Bereich Klassische Musik betreut.
Er ist außerdem einer der Juroren der Sachbuch-Bestenliste des NDR. Im
Mittelpunkt seiner privaten Interessen stehen Goethe und die klassischromantische
Geistesgeschichte. Zuletzt (2011) erschien von ihm (zusammen mit Joachim Mohr
herausgegeben) Alles, was man wissen muss (Goldmann).
Brigitte Tilmann
Brigitte Tilmann wurde 1941 in Berlin geboren und wuchs bis 1950 in Lissabon
auf. Anschließend verbrachte sie ihre Schulzeit wieder in Berlin, wo sie von
1961-65 auch Rechtswissenschaften studierte. 1968 zog sie nach Darmstadt.
Ab 1970 war sie, vorwiegend in Strafsachen, im Richterdienst des Landes
Hessen tätig. Von 1990-93 war sie Referentin für die Fortbildung von Richtern
und Staatsanwälten im Wiesbadener Justizministerium, anschließend bis 1995
Vizepräsidentin des Landgerichts Wiesbaden, danach bis 1998 Präsidentin des
Landgerichts Limburg. Zuletzt war sie bis 2006 Präsidentin des OLG Frankfurt
am Main.
Auch nach ihrem Ruhestand ist Brigitte Tilmann noch ehrenamtlich tätig. So war
sie unter anderem unabhängige Aufklärerin bei der Aufarbeitung des sexuellen
Missbrauchs an der Odenwaldschule und Mitverfasserin des Abschlußberichts
vom 17.12.2010.
12. Februar 2012, 11:00 Uhr, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus
Vorschau
Die Kirche und die Liebe
u.a. mit Friedrich Schorlemmer
Aus der Kraft der Liebe Jesu zu Gott und den Menschen entstand die christliche
Religion, deren irdische Sachverwalter die Kirchen sind. Der in dieser Liebe
begründeten Verpflichtung wurden und werden auch sie nur nicht immer gerecht.
18. März 2012, 11:00 Uhr, Staatstheater Darmstadt, Kleines Haus