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Neue Darmstädter Gespräche
„Die Darmstädter Gespräche sind keine Fachgespräche. Sie werden
für ihr Publikum und für die Öffentlichkeit geführt. Sie stellen nicht
Personen gegeneinander, sondern Gedanken.”
Das war einer der fünf Grundsätze der ursprünglichen Darmstädter Gespräche.
An dieser Tradition knüpfen die Neuen Darmstädter Gespräche im Staatstheater an,
die – sechsmal im Jahr – die Plattform für einen kulturkritischen Gedankenaustausch
zwischen namhaften Intellektuellen zu gesellschaftlich wegweisenden Themen bieten.
Insofern ist Das Menschenbild in unserer Zeit nicht nur explizit das erste Thema
dieser Veranstaltungsreihe gewesen, sondern wird, wenn auch unausgesprochen,
über allen folgenden Gesprächen stehen.
Dass das Magazin Focus (im Heft 02/09) die Neuen Darmstädter Gespräche
"Arena der Intellektuellen" genannt hat, und dass der Intendant des Staatstheaters
Darmstadt, John Dew, in einem Interview geäußert hat, er sähe "in der Gesprächsreihe
eine wundervolle Ergänzung des kulturellen Diskurses, den wir in der Praxis führen",
und er "kenne kein anderes Theater, das eine regelmäßige Diskussionsveranstaltung
auf diesem Niveau anbietet" - das freut uns nicht nur, sondern es zeigt uns auch,
dass unser ehrgeiziger Versuch, an die einst legendären Darmstädter Gespräche
anknüpfen zu wollen, augenscheinlich gelungen ist.
Dass wir nun schon im sechsten Jahr im Spielplan des Staatstheaters Darmstadt ver-
ankert sind und unseren Platz mittlerweile im Kleinen Haus haben, zeigt, dass es
richtig war, im respektvollen Rückblick auf die ehemaligen Darmstädter Gespräche
dem interessierten Publikum eine zeitgemäßere Form der intellektuellen Auseinander-
setzung mit den Fragen nach dem Menschenbild in unserer Zeit anzubieten.
Die Neuen Darmstädter Gespräche in ihrer sonntäglichen, zweistündigen Diskussions-
form sind zu einem renommierten Bestandteil des städtischen Kulturlebens geworden,
dessen Stammpublikum erfreulich zugenommen hat. Auch der Hessische Rundfunk
nimmt seit Kurzem das eine oder andere Gespräch auf und sendet es, zeitversetzt und
etwas gekürzt, im Rahmen seiner Kulturszene Hessen im hr2-Kulturprogramm.
Über diese Entwicklung der Neuen Darmstädter Gespräche freuen wir uns natürlich,
vergessen aber nicht, dass wir zu danken haben: einem treuen Publikum, für das wir
schließlich unser Programm machen und vor allem, jenen Unternehmen, ohne deren
Zuwendungen wir ein solches Programm nicht machen könnten.
Mein dringender Wunsch ist, dass wir auf diese Unterstützung auch in wirtschaftlich
mageren Zeiten weiter hoffen dürfen. Denn die Fragen nach dem Menschenbild in
unserer Zeit werden uns in einer mehr und mehr virtuellen, technisierten und ober-
flächlichen Welt gewiss nicht ausgehen.
Dr. Frank Sabais
Vorsitzender des Vereins Neue Darmstädter Gespräche e.V.